Anreise
Unsere Reise nach Tansania begann früh morgens in Münster. Von dort aus fuhren wir mit dem Zug zum Düsseldorfer Flughafen. Über einen Zwischenstopp in Istanbul ging es schließlich weiter nach Dar es Salaam.
Nach unserer Ankunft in Dar es Salaam setzten wir unsere Reise direkt fort. Wir trafen kurz Sr. Hifadhi, die den Spendenkoffer in Empfang nahm. Mit einem kleinen Propellerflugzeug flogen wir ohne die Spenden weiter auf die Insel Mafia.
Mafia Island
Wir erkundeten die Umgebung, spazierten am Strand entlang und lernten die Kultur sowie die Menschen vor Ort kennen. Einzigartig war die Walhai-Tour, die uns lange in Erinnerung bleiben wird. Die Zeit auf Mafia Island half uns, uns an Klima, Kultur und Sprache zu gewöhnen, bevor unsere eigentliche Famulatur begann.
1. Station: Kitunda (Dar es Salaam)
Nach unserem Aufenthalt auf Mafia Island flogen wir zurück nach Dar es Salaam, genauer nach Kitunda. Dort wurden wir herzlich von Schwester Hifadhi empfangen, die uns während unseres Aufenthalts betreute. Wir kamen im Jino House unter, in dem auch Sr. Hifadhi wohnt. Die weiteren Schwestern wohnen im Nebengebäude.
Der Alltag begann meist mit einem gemeinsamen Frühstück im Jino House, bevor wir in die Klinik gingen. In der Dental Clinic durften wir direkt aktiv mitarbeiten. Es wurden überwiegend konservierende und chirurgische Behandlungen durchgeführt, wobei wir vor allem Füllungen durchführten. Materialien wie Komposit waren nur begrenzt verfügbar, sodass unsere Spenden sehr gut ankamen und wir diese direkt nutzten. Es gab leider keinerlei Licht am Stuhl und die Card-Einheit verfügte zudem über keine Wasserkühlung bei den Winkelstücken. Füllungen waren nur über Wasser vom Plüster möglich. Sauger gab es nicht.
Ein besonderes Erlebnis war der Besuch eines Kindergartens, bei dem wir Zahnbürsten und Zahnpasta verteilten und mit den Kindern das Zähneputzen übten. Die Freude der Kinder war sehr rührend.
Auch das religiöse Leben spielte eine große Rolle im Alltag. Regelmäßig begleiteten wir Schwester Hifadhi zur Kirche, oft schon früh morgens. Die Gottesdienste waren sehr lebendig und geprägt von Gesang und Gemeinschaft. Abends aßen wir immer im Nachbarhaus gemeinsam mit allen Schwestern zu Abend.
Reise zur nächsten Station Njombe mit Halt in Mikumi
Nach einigen Tagen in Kitunda stand die Weiterreise an. Früh am Morgen wurden wir abgeholt und fuhren mehrere Stunden mit dem Auto zum Mikumi Nationalpark. Die Fahrt dauerte etwa acht Stunden.
Im Anschluss ging es direkt auf Safari. Dabei konnten wir zahlreiche Tiere wie Elefanten, Giraffen, Zebras und sogar Löwen aus nächster Nähe beobachten. Dieses Erlebnis war ein unvergesslicher Teil unserer Reise.
Am nächsten Tag ging es für uns weiter mit Bus in Richtung Süden nach Njombe. Die Busfahrt dauerte mehrere Stunden und bot uns einen beeindruckenden Blick auf die abwechslungsreiche Landschaft Tansanias.
2. Station: Njombe
In Njombe wurden wir von Schwester Camelitha sowie Dr. Afesi und Dr. Rupiana herzlich empfangen. Von Beginn an wurden wir aktiv in den Klinikalltag eingebunden.
Wir arbeiteten jeweils eng mit je einem der zwei Zahnärzte zusammen. Dadurch konnten wir intensiv praktische Erfahrungen sammeln und unser Wissen, vor allem bei den Extraktionen und Anästhesien vertiefen.
Wir führten aber auch Füllungen, Wurzelkanalbehandlungen durch, welche für viele Patient:innen selten erschwinglich sind. Daher besteht die Mehrheit der Behandlungen aus Extraktionen. Ein Röntgengerät gibt es leider nicht vor Ort, aber an Füllungsmaterial oder Zangen mangelte es nicht. Die Atmosphäre im Team war stets freundlich und humorvoll.
Auch hier spielte das religiöse Leben eine große Rolle. Wir nahmen regelmäßig an Messen teil, unter anderem auch am Aschermittwoch, an dem wir ein Aschekreuz erhielten. Neben der Arbeit verbrachten wir Zeit auf dem Markt, lernten die lokale Kultur kennen und konnten miterleben, wie Kleidung vor Ort maßgeschneidert und anschließend per Motorrad geliefert wurde. Wir kauften uns hier auf dem Markt allerdings nicht viel zu Essen, da wir bei den Schwestern stets ausreichend versorgt wurden. Es gab immer Nachschlag.
3. Station: Peramiho
Nach unserem einwöchigen Aufenthalt in Njombe ging es mit dem Bus weiter nach Peramiho. Dort arbeiteten wir gemeinsam mit Interns sowie einigen Ärzten zusammen. Es standen insgesamt 5 Behandlungsstühle zur Verfügung. Die vorherigen Stationen hatten immer nur zwei Stühle gehabt.
Der Klinikalltag war etwas ruhiger als in den vorherigen Stationen, dennoch konnten wir weiterhin viele praktische Erfahrungen sammeln. Auch hier gehörten Füllungen, Endodontiebehandlungen und Extraktionen zum Alltag. Es war die erste Station in der ein Röntgengerät zur Verfügung stand. Wie bereits in Njombe bestand auch hier kein nennenswerter Materialmangel. Ein besonderes Highlight war die Arbeit im zahntechnischen Labor, wo wir Einblicke in die Herstellung von Zahnersatz und sogar Schmuck erhielten. Dies war eine interessante Ergänzung zur klinischen Arbeit. Hier im Labor arbeitet Sr. Immaculata, die sich sehr um uns kümmerte. Wir waren im Gästetrakt der Schwestern untergebracht und bekamen Essen im großen Essenssaal. Manchmal waren noch weitere Gäste da oder Sr. Immaculata gesellte sich zu uns.
In unserer Freizeit erkundeten wir die Umgebung, gingen auf den Markt und verbrachten Zeit mit Joranda und Elisabeth. Zwei sehr herzliche Menschen, wir hatten eine großartige Zeit.
Rückkehr nach Kitunda
Nach unseren zwei Wochen in Peramiho reisten wir erneut zurück Richtung Dar es Salaam. Die Rückreise erfolgte per Flugzeug. Zurück in Kitunda wurden wir wieder herzlich von Schwester Hifadhi empfangen. Die letzten Tage nutzten wir, um erneut in der Klinik mitzuarbeiten. Wir merkten besonders, wie stark wir binnen der drei Wochen dazugelernt hatten, sodass die Extraktionen deutlich routinierter abliefen.
Abreise nach Deutschland
Schließlich stand die Rückreise nach Deutschland an. Mit vielen neuen Eindrücken, Erfahrungen und Erinnerungen traten wir den Heimflug an. Die Famulatur in Tansania war sowohl fachlich als auch persönlich eine unglaublich bereichernde Erfahrung. Wir konnten nicht nur unsere praktischen Fähigkeiten erweitern, sondern auch eine neue Kultur intensiv kennenlernen. Besonders die Herzlichkeit der Menschen und die Dankbarkeit der Patienten werden uns lange in Erinnerung bleiben. Wir möchten von Herzen „DANKE“ sagen.